Behringer´s Bratwursthäusle
Werner Behringer GmbH, Rathausplatz 1, 90403 Nürnberg
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Historische Postkartenverse und Sinnsprüche rund um die Nürnberger Bratwurst

von Frau Helene von Forster

1.
Ein Würstlein um das Sauerkraut
Sich schmieget es zu umkränzen,
Wie ein Gedankensplitter ist's,
Den pikante Wort' ergänzen.

***

2.

Würstlein essen ist gut,
Doch ists was Alltägliches, Kleines;
Aber Würstlein essen, die knusprig und frisch,
Mit Sauerkraut im pikanten Gemisch,
Sitzend an einem historischen Tisch,
Das ist was Feines!

***

3.
Solch eine Wurst ist ein in sich geschlossenes Ganzes,
Aber gefügt aus Teilchen, die von dem, was lebendig einst wirkte
Unbewußt seines Zweckes, auf mechanischem Wege sich lösten.

***

4.
Mußt Du im Fremdenandrang hier
Dich um Dein Plätzlein schinden,
Kannst kein Gehör beim „Ober« schier
Im Sprachgewirr Du finden,
Beherrschen dann Dich Santimangs,
Wie bei dem Turm zu Babel,
So, Wand'rer, hol' voll frohen Drang's
Dir Viere an die Gabel!

***

5.
(in Nürnberger Mundart.)
Gel höi
Is schöi?
Findst's höi
Nit schöi,
Kohst wida göih.

***

6.
Dau sitzi in man sabern Rasaröckla
Su recht vergnöigt in alt'n Brautworschtglöckla
Di Wörschtla und des Kraut döi tenn ma schmeck'n
I denk an Eich daham, Ihr gout'n'Schneck'n.

***

7.
S' git halt höi ah Nörnberg ner und ner ah Brautworschtglöckla,
Des hergricht is und z'sammputzt su akkrat als vvöi a Döckla.
Gwiess nergeds in der ganz'n Welt werd's an su gmöitli z'Maut
Und nergeds senn di Wörscht su klah, su knuspret und su gaut.
(S' git halt doch in der ganz'n Welt ner ah Nernberger Sproch
Und kana döi su gmöitli is, sog aner wos er mog.)

***

8.
Allhie tats mir sehr wohl gefallen,
Viel Glück und Heil wünsch' ich Euch allen.
Hoff, daß Euch Guts mög' d'raus erwachsen,
Grüß in der Weis' Euch von Hans Sachsen,
Denn wißt, wo einst Hans Sachs gesessen,
Hab' eben Würstlein ich gegessen.

***

9.
Hier ist es gar nicht übel,
Einst saß hier Sachs und Grübel,
Und dann nicht zu vergessen,
Heut' bin ich hier gesessen.
Daß daran die Erinn'rung bleibe,
Ich hier das Datum niederschreibe.

***

10.
Du liegst mir in meinem Sinn,
Wie der Kern im Kimmerling,
Du steckst mir in meiner Haut,
Wie die Wurst im Sauerkraut,
Das ist ein alt Nürnberger Spruch,
Ich fand ihn aufgeschrieben
Hier in dem Bratwurstglöckelein
Und schick' ihn meiner Lieben.

***

11.
Die Wursteln sind braun und klein,'
Und sind von Geschmack sehr fein,
Das Kraut, das ist höchst pikant,
Die Feder nehm' ich zur Hand,
Der Kleinen, Feinen, Braunen, Pikanten
Schick' ich einen Gruß nach fernen Landen.

***

12.
Wursteln essend sitz ich hier
Am histor'schen Platz,
Heimlich leer' ich mein Glas Bier
Aufs Wohl von meinem Schatz.
Schreib' auf eine Karte still
Den Gruß ihm voll Gefühl.
Wahrlich, das ist ein Idyll
Mitten im Weltgewühl.

Quelle:
Almanach
Zum Andenken an das
Bratwurstglöcklein in Nürnberg

 


 

 

Die Bratwurst ist der knusprige Spiegel der fränkischen Seele. Kein anderer Gegenstand verkörpert jede Nuance des diffizilen fränkischen Wesens mehr als sie.

Schätzungsweise zwei Millionen Jahre vergingen von der nebelverhangenen, bratwurstlosen Menschheitsdämmerung bis hin zur fränkischen Spezialität, die vakuumverpackt oder in Dosen in alle Himmelsrichtungen verschickt wird.

Heute nickt die Kundschaft bei einem Riesenzeugnis braven Handwerksfleißes anerkennend, doch die Faszination ist nicht mehr die von einst. Anno 1614 aber kann die Nürnberger Metzgerszunft noch mit offenen Mündern rechnen.

Nirgendwo sind die Würstchen kleiner als in der 498.000-Seelen-Stadt östlich von Fürth. Nirgends liegt die »ortsübliche Qualität« (Fleischerfachjargon) höher über der Meßlatte des Deutschen Fleischerverbandes als in Nürnberg.

Eine zeitgemäße Betrachtung von Prof. Dr. Paul Johannes Rée zum Verhältnis der materialistischen und des spiritualistischen Lebensprinzips - erläutert anhand des Bratwursthäusles in Nürnberg!

Hier lesen Sie ein Gedicht von Heinrich Wolke über die Nürnberger Bratwurst in Nürnberger Mundart.

Als mehr denn vor dreihundert Jahr - Ich leiblich noch in Nürnberg war, Im Handwerk fest und wohlbewährt, Als Dichter überall geehrt, Ging ich mit hellem, frohem Sinn - Wohl durch die trauten Gassen hin, Nach Tages Arbeit auszuruhn.