Behringer´s Bratwursthäusle
Werner Behringer GmbH, Rathausplatz 1, 90403 Nürnberg
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Der lange Weg der Rostbratwurst

Es war ein langer, beschwerlicher Weg. Schätzungsweise zwei Millionen Jahre vergingen von der nebelverhangenen, bratwurstlosen Menschheitsdämmerung bis hin zur fränkischen Spezialität, die vakuumverpackt oder in Dosen in alle Himmelsrichtungen verschickt wird.
Wer zuerst auf die bahnbrechende Idee kam, eine Schweineschulter zu zerkleinern, zu salzen und, in einen gesäuberten Darm gestopft, über einem Feuerchen zu rösten, ist heute nicht mehr zu klären. Auch wann und wo diese Wurst zuerst gebraten wurde und wer sie aß, läßt sich nur vermuten. Doch zählt dieses erste Bratwurstessen der Menschheitsgeschichte zu den frühesten Kulturleistungen des Homo sapiens.

Nach Äonen zäher Mammutkottelets dringt die unbekannte Runde - wahrscheinlich fränkische Steinzeitlerinnen - vergnügt in die Wonnen des guten Geschmacks ein. Erstmals ist Nahrungsaufnahme mehr als eine notwendige Tätigkeit zur Erhaltung der Art. Denn die Ur-Bratwurst macht nicht nur satt, sie befriedigt die Sinne und hilft der Menschheit, ihr schweres Schicksal leichter zu ertragen. »Wir wissen heute, daß schon der Anblick von Wurst freudig stimmt« (Prof. Boern, Lebensmittelsoziologe).

Kein Wunder, daß schon im christlichen Paradies Spuren der fränkischen Bratwurst nachweisbar sind ..

 

 

Endlich nimmt der Große Bratwurstplan Gestalt an: Die fränkischen Könige lassen ihre Ostprovinz  von tatkräftigen jungen Männern auf Vordermann bringen.

Nach dem Einzug der Metzger in die Stadt vergehen 200 bratwursttechnisch stille Jahre. 1066 läutet Wilhelm der Eroberer die dunkle Epoche der britischen Esskultur ein. 1271 bricht Marco Polo die Nudel nach Europa.

Es gibt viele Theorien, warum die Bratwurst im späten 13. Jahrhundert zum Zankapfel unversöhnlich kämpfender Parteien wird. Die plausibelste Erklärung liefert Hermann A. Berlepsch.

Lautstark hallt aus dem Wust verstaubter Akten noch immer der Schlachtenlärm der Wurstgefechte wider, doch den Männern, die sich schützend vor das Würstchen stellten, ist kein Denkmal gesetzt.

Die Erfindung der kleinsten Bratwurst der Welt ist der größte Coup der fränkischen Bratwurststrategen. Im Schutz der Kaiserburg arbeiten die Nürnberger Metzger beflügelt an dem ultimativen Produkt.

Der Dreißigjährige Krieg hat ein entvölkertes, verwüstetes Mitteleuropa zurückgelassen. Doch in der Mitte des gebeutelten, zerrissenen Deutschlands erlebt die Königin der Würste einen paradoxen Höhenflug.

Völker rebellieren, Throne wackeln, Armeen ziehen durch Europa. In dieser Zeit des Aufruhrs macht sich die fränkische Bratwurst daran, die Welt zu erobern. Ohne Kanonen, ohne Blutvergießen.

Das 20. Jahrhundert beginnt mit einem Paukenschlag. Punkt 1900 feiert der Nürnberger Fleischerverein sein 25jähriges Jubiläum mit einer 300 m langen Riesenbratwurst.

Nach dem Kriegs-Inferno muß das Leben irgendwie weitergehen. Brotersatz, Kaffeeersatz und Honigersatz in knappsten Rationen sind per Bezugsschein erhältlich - Die fette Königin der Würste ist Erinnerung.

 


 

 

Die Bratwurst ist der knusprige Spiegel der fränkischen Seele. Kein anderer Gegenstand verkörpert jede Nuance des diffizilen fränkischen Wesens mehr als sie.

Heute nickt die Kundschaft bei einem Riesenzeugnis braven Handwerksfleißes anerkennend, doch die Faszination ist nicht mehr die von einst. Anno 1614 aber kann die Nürnberger Metzgerszunft noch mit offenen Mündern rechnen.

Nirgendwo sind die Würstchen kleiner als in der 498.000-Seelen-Stadt östlich von Fürth. Nirgends liegt die »ortsübliche Qualität« (Fleischerfachjargon) höher über der Meßlatte des Deutschen Fleischerverbandes als in Nürnberg.

Eine zeitgemäße Betrachtung von Prof. Dr. Paul Johannes Rée zum Verhältnis der materialistischen und des spiritualistischen Lebensprinzips - erläutert anhand des Bratwursthäusles in Nürnberg!

Hier lesen Sie ein Gedicht von Heinrich Wolke über die Nürnberger Bratwurst in Nürnberger Mundart.

Als mehr denn vor dreihundert Jahr - Ich leiblich noch in Nürnberg war, Im Handwerk fest und wohlbewährt, Als Dichter überall geehrt, Ging ich mit hellem, frohem Sinn - Wohl durch die trauten Gassen hin, Nach Tages Arbeit auszuruhn.

Postkartenverse und Sinnsprüche rund um die Nürnberger Bratwurst und das Bratwürstglöcklein in Nürnberg, verfasst von der Nürnberger Fabrikantengattin  Helene von Forster.