Behringer´s Bratwursthäusle
Werner Behringer GmbH, Rathausplatz 1, 90403 Nürnberg
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Das fränkische Bratwurst-ABC

Wahres, Halbwahres und Unwahres

A wie Astronautenwurst

Aus Sicherheitsgründen ist der Gebrauch eines Gartengrills an Bord eines Raumfahrzeuges verboten. Deshalb arbeitet die Firma Pfrimmer, der Erlanger Spezialist für Weltraumnahrung, mit Hochdruck an einem High-Tech-Produkt, das den Bratwurstgenuß in der Schwerelosigkeit gewährleisten soll - auch mit Senf. Geplant sind zwei Versionen. Der neuartige Shuttle-Snack »Zwaa ums Weggla« (zwei winzige Würstchen umkreisen in einem künstlichen Kraftfeld ein Milchbrötchen) und die herkömmliche »Bratwurst an Sauerkraut«. Wobei die Wissenschaftler noch nicht wissen, ob sie dieses Gericht in zwei Tuben reichen sollen oder ob eine Sauerkrauttablette die bessere Alternative ist.

B wie Bratwurststraße

In Nürnberg gibt es gleich drei davon. Doch finden sie sich auf keinem Stadtplan, und kein Verbotsschild regelt den Verkehr. Weit und breit kein Auto, kein Passant. Die einzigen, die sich auf der Bratwurststraße bewegen, sind blutjunge Nürnberger Bratwürste. Vollautomatisch. Tausende, Zehntausende, ein pausenloser, endloser Strom. Am Beginn der Einbahnstraße, sozusagen Bratwurststr. 1, erblicken sie das Licht der Welt: Flinke Hände formen ein Würstchen nach dem anderen und schicken jedes mit den besten Wünschen auf seinen ersten, 15 Meter langen Weg. Am Ende angekommen, ist es bereit. Verpackungsbereit. Gemeinsam mit mehreren Kameraden in Cellophan gehüllt, begibt es sich in die weite Welt. Dann ist Feierabend in der Wurstfabrik. Ein wenig erschöpft ruht die Bratwurststraße im Dämmerlicht der Nachtbeleuchtung und freut sich auf den nächsten Morgen.

C wie Coburger Bratwurstfestspiele

Alljährlich im November treffen sich unter der Veste der alten Residenzstadt renommierte Metzger- undWürstlbraterensembles aus aller Welt zu den Coburger Bratwurstfestspielen. Nach dem zweiwöchigen Festival zu Ehren der Königin der Würste wird die beste Truppe mit der begehrten »Coburger Wanderwurst« ausgezeichnet. 1994 gewann das Fleischhackerballett »G'häckbloußg'häck« aus Mombasa mit seiner artistisch-mitreißenden Interpretation des bewegenden Metzgerdramas »Blaue Zipfel sterben einsam« die 87 cm hohe Trophäe.

D wie Darmriß

Der dramatischste Darmriß der Bratwurstgeschichte ereignete sich am Aschermittwoch 1614 in Nürnberg. Das Bemühen der Metzger, für ihren Umzug eine spektakuläre, 500 Ellen lange Riesenbratwurst herzustellen, scheitert 7 Ellen vor dem Ziel: Darmriß. Die fünfstündige mühevolle Arbeit der sieben Rekordwurstler war umsonst. Für immer bleibt ein kleiner Fleck auf der blauweißen Weste der Nürnberger Metzgerszunft: »Die Schweinen Metzgersknechte sind in der Stadt umbgangen, und haben eine Wurst vonn gutem Bratwurstzeug 493 Ellen lang getragen, welches sie gerne uf 500 Elen gebracht; ist aber ihnen am Gedärm zerrunnen.«

E wie Effeff

Auch efef oder ff. Im deutschen Sprachschatz taucht ff im 17. Jahrhundert als kaufmännische Abkürzung für »fein-fein« auf. Das erste Mal 1662 in Nürnberg, wo ein größerer Posten »Canari Zucker f.f.« verbucht wird - Zucker bester Qualität und entsprechend teurer. Aus dem Effeff (üblich seit dem 19. Jahrhundert) beherrscht bekanntlich der fränkische Metzgermeister sein Handwerk. Seine normale Bratwurst ist schon der Wahnsinn. Versieht er aber das Preisschild Ihrer Majestät mit dem gedoppelten Kleinbuchstaben, weiß der kundige Verbraucher: »Fleischerzeugnisse mit hervorhebenden Hinweisen wie prima, extra, spezial, fein, 1 a oder ff unterscheiden sich von den unter der betreffenden Bezeichnung sonst üblichen Fleischerzeugnissen durch die besondere Auswahl des Ausgangsmaterials.« Fein, fein.

F wie Fettspritzer

Ein leidiges Thema. Seit den frühesten Zeiten der Bratwurstzubereitung zeugen auf nackter Haut Brand-, auf Textilien die gefürchteten Fettflecken von der Explosivkraft einer erhitzten Bratwurst. Schuld daran ist das Fleischeiweiß, dem es wieder einmal nicht gelungen ist, rechtzeitig die Poren zu schließen. Rücksichtslos nutzt das heiße Fett die Schwachstellen und sprengt sich zahlreiche Fluchtwege frei. Betroffene berichten von einem eruptionsartigen Entweichen dünnflüssiger, glühendheißer Fettpartikel aus dem Inneren der Wurst. Wie läßt sich das Maleur vermeiden? Preußische Kochbücher raten, das Wursthäutchen mittels Gabelstichen zu durchlöchern. Weniger blutrünstig ist ein kurzes Bad im heißen Wasser, das die Bratwurst auf die Pfanne vorbereitet. Doch auch der Metzger kann das Seine tun. Aus einem Metzgerhandbuch: »In jedem Falle tut man gut, die Därme locker zu füllen und an den Portionswürsten stets ein loses Darmende zu lassen.«

G wie G'häck

Ausgesprochen: Keck. Der wortkarge Franke, geübt, zwei Silben zu einer zu verschmelzen, flocht aus dem Gehäck das G'häck und meint damit das dreisilbige Bratwurstbrät.

H wie Haltbarkeitsdauer

Seit dem 16. Juli 1965 ist die rohe Bratwurst der staatlichen Hackfleischverordnung unterworfen. Unter vielem anderen regelt das ausführliche Werk die Lebensspanne dieses »besonders labilen Produktes« (Artikel 11, geändert am 16. Mai 1975). Denn die Bratwurst, das lernen schon fränkische Vorschulkinder, darf nur eine Nacht schlafen, bevor sie ihrer geringen Haltbarkeitsdauer wegen aus dem Verkehr gezogen werden muß. »Der Verordnungsgeber hat diese Tatsache inzwischen in Paragraph 1 Absatz 1 Nr. 1 der Hackfleischverordnung respektiert und die rohe Bratwurst den Verkehrsbeschränkungen dieser Verordnung unterstellt.«

I wie Industriespionage

Die Nürnberger Zeitung, 24. 12. 1958: »Meist sind die Bratwursthersteller darauf bedacht, daß kein Unbefugter in ihrem Betrieb spioniert und das Geheimnis der Zutaten entschleiert.« Jeder ist in den Augen des fränkischen Metzgermeisters ein potentieller Bratwurstagent. Der Alptraum, jemand könne eine Bratwurst auf den Markt werfen, die genauso schmeckt wie die eigene, läßt ihn seit jeher zu ausgedehnten Sicherheitsmaßnahmen greifen. Hinter verschlossenen Türen werden die Gewürze abgewogen, von einer fünfstelligen Zahlenkombination gesichert ruht das Rezeptbuch im Tresor. Keine Droge kann ihm seine Wurstwürzformel entlocken. Doch beim Gesellen, der hinter dem größten Geheimnis seines Arbeitgebers her ist wie der Teufel hinter der armen Seele, versagen die ausgeklügeltsten Schutzsysteme. Gelingt es ihm nicht, durch herkömmliche Industriespionage an das Bratwurstrezept des Meisters zu kommen, greift er zur Lieblingswaffe von 007: Sex. Er ehelicht des Meisters Töchterlein, notfalls dessen Witwe.

J wie Japan

Japan ist die weltweit erste fränkische Bratwurstkolonie, und das kam so: Seit der Erfindung der Geschäftsreise sind die kleinwüchsigen Japaner speziell dem filigransten Stern des fränkischen Bratwursthimmels völlig verfallen. Nach jahrelangen, ultrageheimen Testessen in Nürnberger Bratwurstküchen und einer überzeugenden Abschlußpräsentation während der »Deutschen Woche« in Osaka beschließt der japanische Kaufhausriese Takashimaya, die »Sechs kleinen Köstlichkeiten« all seinen Landsleuten zukommen zu lassen. Im August 1994 gibt der Nürnberger Bratwurstkönig Behringer dem Konzern Einblick in sein bislang streng gehütetes Geheimrezept, das auf dem japanischen Schnellimbißmarkt für Furore sorgen soll. Der Deal ist perfekt. Laut Vertrag werden die Gewürze in Nürnberg gemischt und nach Japan geflogen, alles andere erledigt das japanische Management. Sicher ist, daß für den Verkauf der »Oliginal Nülnbelger Lostblatwülste« im Land der Mazdas, Hondas und Toyotas ein flächendeckendes Bratwurstbudennetz aus dem Boden gestampft wird. Vertraglich ungeklärt ist die Frage, ob die Japaner bereit sind, für die Königin der Würste ihre Stäbchen beiseite zu legen.

K wie Keck

Siehe G.

L wie Loblied

Der Huldigung der Bratwurst widmet sich eine Fülle von Veröffentlichungen.
Aus Platzgründen beschränken wir uns auf ein tanzbares Loblied aus der fränkischen Tanzbodenszene (Dance-Floor-Scene), den »Bratwurst-Hip-Hop« eines Erlanger Hobbypoeten:
O Wurst, du gebrat'ne vom eisernen Rost,
O Wurst, erhitzt in der Pfanne!
Du mundest bei Hitze, du mundest bei Frost
Und selbst bei Großtante Anne.
Hip Hop, Hip Hop.
O Wurst, ach wie lieb' ich dein fettes Bukett
O Wurst, ja komm, laß dich drücken!
Du mundest im Freibad, du mundest im Schnee
Und selbst im fernen Saarbrücken.
Bratwurst, Bratwurst, holde Majestät
Oberhaupt im Paradies der Würste,
Bratwurst, Bratwurst, teure Rarität
Unstillbarster Durst meiner Dürste.
O Wurst, Heißverehrte, sei's Stockholm, sei's Genf,
O Wurst, verlocke! Verführe!
Du mundest mit Ketchup, du mundest mit Senf
Und selbst mit Kirschkonfitüre.
O Wurst mit dem körnig gewolften Gehäck,
O Wurst, du Erfüllung, du Gipfel!
Du mundest als Hauptgang, du mundest als Snack
Und zwischendurch als Blauer Zipfel.
Hip Hop, Hip Hop, Hip Hop.

M wie Mausdreeg

Nichts trifft einen fränkischen Bratwursthersteller weniger als der stets im breitesten Dialekt geäußerte Vorwurf, seine Ware enthalte aus Gründen der Wirtschaftlichkeit jenen unappetitlichen Stoff, der im Hochdeutschen mit Mäusedreck bezeichnet wird (»Säch amäl, in deiner Brätworscht is doch Mausdreeg drinna!«).Der Metzger weiß es, und seine Kundschaft weiß es im Grunde auch: In Zeiten hoher Lohnkosten ist es für den Mittelständler ein viel zu mühseliges Geschäft, am Boden kriechend eine ausreichende Menge Mäusedreck zu sammeln und damit 20.000 Bratwürste pro Woche effizient zu strecken. 

N wie »Nu amal 6!«

Die meistgestellte und mißverständlichste Forderung in Nürnberger Bratwurstkneipen. Ein für alle Mal: Der einheimische Gast wünscht keinen wiederholten Geschlechtsverkehr. Der einheimische Gast gibt quasi stenographisch kund, daß die bisher genossene Menge an fingerlanger Rostbratwurst weder seinen fassungsfreudigen Magen noch sein unstillbares Verlangen nach diesem einzigartigen Vergnügen zufriedenstellen konnte, weshalb er sich gezwungen sähe, sich ein weiteres Mal eines harmlosen halben Dutzends anzunehmen, das ihm um Himmels willen so schnell wie möglich gebracht werden müsse, weshalb er - die Bedienung möge es verzeihen - ausnahmsweise auf die ihm sehr wohl bekannte Höflichkeitsfloskel »Bitte« verzichte, um die quälende Wartezeit möglichst kurz zu halten.Oh, welch ein Gast, der für ein Thema, über das weniger Begabte ganze Bücher schreiben, nur zwei kurze Worte und eine Zahl unter zehn benötigt! Oh, welch ein Land, das solche Gäste hervorbringt!

O wie O-Ton Bratwurst

Was die wenigsten wissen: die Bratwurst kann sprechen. Wir entnehmen dem Fabelbändchen »Noch 50 Fabeln« von Hey-Speckter folgenden aufschlußreichen Dialog: Schinkchen: »Bratwürstchen, du im Tiegel sag, was wohl so schön hier riechen mag.«Bratwürstchen: »Schinkchen, das weiß ich gut genug: Ich hab ja selbst den guten Geruch. Ich schwitze hier auf dem Feuer ein wenig, drum riech' ich so gut als wie ein König.

P - Hartes B wie Phallussymbol

Ähnlich dem Schlot, der Banane und dem Bleistift gilt die Bratwurst in der klassischen Tiefenpsychologie als Quasiverkörperung des männlichen Geschlechts. Beim Deuten fränkischer Bratwurstträume bekommt die Seelenforschung allerdings Schwierigkeiten. Fassungslos stehen die Psychoklempner beispielsweise vor dem Traum von Konrad F. aus Schnabelwaid/Ofr: »Ein orientierungslos umherirrendes Nürnberger Würstchen (8 cm) wird von einer fliegenden Bauernbratwurst (20 cm) aus einem brennenden Wald gerettet. Gleich darauf nehmen beide den Autobus nach Sulzfeld, wo ihnen eine geringelte Meterwurst (100 cm) einen Witz erzählt. Dann lachen alle drei, und ich wache auf.«

Q wie Querstreifen

Hauptverbreitungsgebiet sind die fränkischen Massenveranstaltungen mit Verköstigungsmöglichkeit. In regelmäßigen Abständen werden die dort verabreichten Rostbratwürste von dunkelgetönten Querstreifen überzogen. Ursachen sind ungenügend eingefettete Eisenstäbe des Rostes und eine zu kurze Verweildauer der Würste auf demselben. Im Gegensatz zum Querstreifen beim Automobil, der das Fahrzeug optisch verjüngt, erzielt die Menge der Bratwurstquerstreifen eine Ringelstrumpfwirkung: verdickend.

R wie Rummelplatz

Der Rummelplatz (auch Volksfest, Jahrmarkt, Kerwa, Kirmes, Duld, althochdeutsch: chirichwihi) ist der Ort der Sinnesfreude. Zur Grundausstattung der armseligsten Kirchweih gehören deshalb ein Karussell, eine Ausschankstelle für Alkohol und ein Bratwurststand. Das Karussell verwirrt die Sinne, der Alkohol benebelt sie, und die Bratwurst befriedigt sie. Dann ist es höchste Zeit, erneut ins Karussell zu steigen ...

S wie Schreibtischtäter

Aus den »Leitsätzen für Fleisch und Fleischerzeugnisse und ihre praktische Anwendung«: »Der Begriff 'Bratwurst' ist nicht einheitlich zu definieren. Einerseits faßt er Erzeugnisse zusammen, die 'Bratwürste' heißen, und zwar unabhängig davon, ob sie vor oder nach der Abgabe an den Verbraucher in der Regel einem Bratprozeß unterzogen werden (z. B. 2.221.11,2.221.12) oder in der Regel ohne eine solche Behandlung zum Verzehr gelangen (z. B. 2.211.16, 2.221.07). Technologisch können solche Würste folgenden Gruppen angehören: den Rohwürsten, den Brühwürsten, den Kochstreichwürsten und den Erzeugnissen gemäß Paragraph 2 Absatz 3 der Hackfleischverordnung, soweit sie roh und ungereift in den Verkehr kommen und nicht überwiegend zur Erhitzung bestimmt sind. Andererseits versteht man unter 'Bratwürsten' Erzeugnisse, die tatsächlich gebraten werden.« Wir danken den »Leitsätzen für Fleisch und Fleischerzeugnisse und ihre praktische Anwendung«.

T - Hartes D wie Teutonengrill

Der Terminus aus der Touristikbranche fand in den siebziger Jahren Eingang in den Sprachschatz fränkischer Bratwurstbarone. Stehen die Herren auf einer Bratwurstparty zwanglos zusammen und es fällt der Begriff »Teutonengrill«, schwärmen sie aber nicht von ihrem letzten Urlaub in Rimini. Sie schwärmen vom Riesenrost, auf dem eng gedrängt tausend deutsche Würstchen braten. Mit entsprechend Personal versehen, so die Barone, verhindere der kundenfreundliche Teutonengrill die lästige Schlangenbildung. Obendrein sei er ein nicht zu unterschätzender Faktor zur Erhöhung der Verzehrsfrequenz, die wiederum die Wertschöpfungsgeschwindigkeit beschleunige, die ihrerseits durch gezielte Wertabschöpfungsmaßnahmen, sprich Investitionen, den Bau weiterer Großgrillanlagen ermögliche usw. »Auf den Teutonengrill!« Lachend prosten sich die Herren zu, bevor sie sich unauffällig unter die Gäste mischen.

U wie Uhrzeit

Als es die Küchenuhr noch nicht gab, maß die gottesfürchtige Köchin die Zeit mittels Gebet: Ein weiches Ei beispielsweise dauerte zehn langsame Vaterunser. Der Braten war nach acht Rosenkränzen gut durch, die fränkische Landbratwurst mußte vier Ehre-sei-dem-Herrn lang in der Pfanne brutzeln. Die kleine Nürnberger aber war nach einem Ave Maria, gefolgt von einem kurzen Stoßgebet, schön knusprig.

V wie Vegetarier

Auch dieser Menschenschlag muß auf seine Bratwurst nicht verzichten. Ein Fachmann: »Textoriertes (= geweblich gebundenes) Sojafleisch wird heute schon mit guten bißlichenEigenschaften hergestellt.« In den fränkischen Reformhäusern haben Gemüsefreaks sogar die Wahl zwischen verschiedenen fleischlosen Bratwürsten im Kunstdarm (Achtung - vor dem Verzehr unbedingt entfernen!): Bratwurst, Grobe Landbratwurst (»Rustikal und herzhaft«) oder Currybratwurst. Die einfache vegetarische Bratwurst enthält außer Gewürzen 22 Zutaten, darunter Graham-Paniermehl, Weizeneiweiß, Johannisbrot- und Guarkernmehl, Haferflocken, Caramel und Rauch.

W wie Wolf

Er heult nicht, er fällt niemanden an, und er rottet sich nicht zusammen. Silbern glänzend oder matt lackiert steht er da und wartet auf den entscheidenden Knopfdruck. Dann beginnt er leise zu summen. Er ist bereit. Er ist der Wolf, die unverzichtbare Maschine zur Brätbereitung, der das beeindruckende Kauverhalten des zottigen Raubtiers ihren Namen gab. Unersättlich schluckt er Schweineschulter um Schweineschulter und zerkleinert sie pfefferkorngroß in tigerartiger Geschwindigkeit. Weshalb der Wolf vereinzelt auch Tiger gerufen wird. Ein biologisch beschlagener Zerkleinerungstechnologe des frühen 20. Jahrhunderts: »Wo der Wolf, auch Tiger genannt, verwendet wird, verrichtet er das Zerkleinern mit einer ziemlichen Schnelligkeit.«

X wie Xangsverein

Fränkische Tarnorganisation zum ungehemmten Konsum der Bratwurst. Die regelmäßigen Zusammenkünfte ihrer Mitglieder zwecks angeblicher Pflege deutschen Liedguts sind in Wahrheit Teil des "Großen Bratwurstplans". Die Taktik ist einfach, aber wirkungsvoll: Woche für Woche schmettern bratwurstgeölte Kehlen Weise um Weise, bis wieder ein Jubiläum fällig ist. Oder der Geburtstag eines Mitglieds. Oder eine Taufe. Oder sonstwas, egal. Es gibt immer einen Grund, zusammenzukommen, zu singen und sich mit einer größeren Menge von Bratwürsten vollzuschlagen. Weitere Tarnorganisationen mit derselben verdeckten Zielsetzung sind fränkische Schützen-, Sport- oder Karnevalsvereine, die mit dem Xangs-verein in enger Verbindung stehen.

Y wie Yeah, I like Broadwirshd

Cräisi, cräisi. Eine Umfrage im Auftrag alteingesessener Bratwurstgastronomen über das Eßverhalten amerikanischer Touristen brachte Erstaunliches zutage: 1000 Promille der befragten US-Bürger fanden die fränkische Bratwurst »wau«, »gräid« und »kuuhl«, immerhin 87 Prozent machten in den Kästchen »oukäi« und »olrait« ein zusätzliches Kreuz. Im Vergleichstest »Hämböörger«, »Fränkföörder«, »Broadwirshd« lag die fränkische Spezialität Kopf an Kopf mit dem Hackfleischbrötchen der Hansestadt - mit leichten Vorteilen für die längere Fränkische. Nur ein einziges Produkt aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten sei besser als die Königin der Würste, urteilten leider 98 Prozent aller Amerikaner: Hot Dog redgreen and white (Heißer Hund mit Ketchupsenf und Mayonnaise). Delischers.

Z wie Zwaa im Weggla

Zwei im Semmelchen. Die Sitte, eine oder mehrere Bratwürste längs in ein aufgeschnittenes Brötchen zu klemmen, ist in Franken seit etwa 1650 nachgewiesen, als nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges die barocke Freßwelle über das Land fegte. Der Vorteil von Zwaa im Weggla liegt in der Bequemlichkeit und ökologischen Überlegenheit der Nahrungszuführung: Das rückstandsfreie Bratwurstbrötchen kann von Geübten unter völligem Besteckverzicht in absoluter Finsternis einhändig im Stehen und Gehen verspeist werden, ohne die geringste Spur zu hinterlassen. Selbst mit Senf.

 


 

 

Bratwürste - das sind nicht nur zwei Würste in einer Semmel mit Senf! Hier finden Sie alles zu verschienden Bratwurstgerichten wie "Bauernseufzer" und "Blaue Zipfel"!

Für den einzigartigen Geschmack der Bratwurst reichen nicht einfach eine Prise Salz und etwas Pfeffer. Es braucht auch Gewürze wie Muskatnuß, Majoran und Nelken.