Behringer´s Bratwursthäusle
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Bratwurst-Gewürzkunde

Was wäre die Bratwurst ohne Indien, Heimat von Pfefferstrauch und Muskatnuss!

Von den Pharaonen kommt der Majoran. Das Salz wird der Tiefe des Erdinneren und den Wogen des Ozeans entrissen, die Gewürznelke brachten Araber von den Molukken nach Europa. Unter der Hülle der äußerlich bieder scheinenden fränkischen Bratwurst verbirgt sich ein exotisches Innenleben.

Das »Kleine Nürnberger Kochbuch« von 1726 listet folgende Gewürze auf, »die in einer wohlbestellten Küche von nöthen sind:
Salz, Pfeffer, Ingwer, Muscatennuß, Muscatenblüh, Nägelein (Gewürznelken), Saffran, Zimmet und Cordamönlein«. Ausgenommen Ingwer und Safran greifen fränkische Bratwurstler auf das gesamte Würzrepertoire zurück.
All diese Gewürze schenken der Bratwurst nicht nur ihr erlesenes Aroma. Sie entfalten im körperlich-seelischen Bereich Wirkungen, von denen heute lebende Bratwurstesserinnen keine Ahnung mehr haben.

Das »Leipziger Kochbuch« aus dem Jahr 1732 beschreibt einige Anwendungsgebiete und Nebenwirkungen:

»Saltz macht guten Appetit, widersteht allem Gift und der Fäule, nimmt auch den Widerwillen und Eckel der Speisen hinweg und reizet das Gedärm zur Ausführung des Stuhlgangs. Zu scharffgesaltzene Sachen machen einen melancholischen Unrath und Bläste, beleidigen den Magen und verursachen den Sod, mindern die Begierden zum Beyschlaff.
Pfeffer erwecket einen guten Appetit, macht gute Däuung, vertreibet die Winde im Leib, stärket den Magen, erwärmet die Nieren, treibet den Harn, benimmt den Nebel den Augen, macht Schwangeren eine leichte Geburt und, mit Roßiniein genommen, ziehet die phlegmatische Feuchtigkeit von dem Haupt. Pfeffer ist schädlich allen hitzigen Complexionen, er entzündet die Leber und das Geblüt. Muscatennuß soll sein schwer, frisch, safftig, roth, dick und nicht durchlöchert. Die Tugenden sind lieblicher Athem, gut widder des Sood und Brennen des Magen-Mundes. Er dienet der Leber, Milz und Mutter, er ist harnfördernd und gegen Schwindel und Ohnmachten. Schädlich für alle junge cholerische und blutreiche Leute, verstopftet den Stuhlgang. Muscatenblumen dienen den Husten, Magen und Mutter, zertheilen die Winde, helffen der Dauung, stillen das Brechen, Schlucksen, Durchlauff, Ohnmacht, Hertzklopffen und machen guten Athem.
Gewürtz-Nägelein (Nelken) stärken alle vornehmen Glieder, geben anmuthigen Geschmack und wohlriechenden Athem, stillen den Bauchfluß und sind gegen kalte Schwachheiten. Schädlich ist das Gewürtz-Nägelein, weil es zum Beischlaff und zur Unzucht reitzet. Es vermehrt die Galle und verstopfft den Stuhlgang.«
Majoran aber bekämpft nicht nur einige Leiden wie Rheuma oder Arthritis. Majoran, das »Wurstkraut«, wehrt Dämonen ab und weist keine schädlichen Nebenwirkungen auf. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Auch die geschmacksverstärkenden Beilagen Senf und Meerrettich sind gesundheitlich nicht ohne. »Senf ist eine der allerbesten Spezereien, hilft gegen Scharbock, Säure und Schleim.« Meerrettich ist »den Scorbutischen gesund«, aber Vorsicht: Zuviel Meerrettich beschwert den Kopf! 

 


 

 

Bratwürste - das sind nicht nur zwei Würste in einer Semmel mit Senf! Hier finden Sie alles zu verschienden Bratwurstgerichten wie "Bauernseufzer" und "Blaue Zipfel"!

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